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Laufbericht7

Inhalt: 1.Ein Wort vorab 2.Eckdaten 3.Wie kam die Route zustande? 4.Routenplanung – Karten - Unterkünfte 5.Gepäck und Fahrrad 6.Packliste – was soll ich alles mitnehmen? 7.Trainingszustand – Anstrengung – Tempo 8.Resümee1.Ein Wort vorabDies soll kein Reisebericht werden sondern eine möglichst hilfreiche Darstellung der Reiseplanung, -vorbereitung und –bewertung. Vielleicht hilft er ja dem einen oder der anderen bei seiner eigenen Reiseplanung; das würde mich sehr freuen. Lob und Tadel hierzu sind jederzeit sehr willkommen.2.EckdatenFahrzeit: 25.05. – 28.05.2010Gesamt-km:604 km Gesamt-hm (lt. bikeroutetoaster.com):6.030 hmDurchschnittsgeschw. Gesamt23,8 km/hTag 1: Göttingen – Bad Salzungen 159 km 1.520 hmTag 2: Bad Salzungen – Gemünden/Main 134 km 1.650 hmTag 3: Gemünden/Main – Heppenheim 167 km 1.800 hmTag 4: Heppenheim – Boppard 144 km 1.060 hm3.Wie kam die Route zustande?Die Routenplanung stand unter mehreren Prämissen:•Zeitraum: ca. 4 Tage •„Strecke zurücklegen“, also keine Rundtouren von einem festen Ausgangspunkt aus•Möglichst wenig Gepäck um das „Rennrad-Gefühl“ zu erhaltenZusätzlich wollte ich nicht viel Zeit damit verbringen, durch norddeutsche Gefilde zu fahren weil ich schnell in die Mittelgebirge kommen wollte. So entstand der Plan, mit dem IC bis Göttingen zu fahren. Ankunft dort war um 9:15 Uhr (Abfahrt HH: 7:24 Uhr), so dass ich im Grunde noch den ganzen Tag auf dem Rad zur Verfügung hatte.Außerdem sollte die Rückfahrt am Ende der Reise mit dem Zug nicht allzu lang dauern, da die Bahn nur im IC den Fahrradtransport vorsieht. Eine Tour von Göttingen aus z.B. stramm nach Südwesten hätte mich in vier Tagen locker bis nach Freiburg gebracht. Und von dort mit dem IC zurück nach Hamburg zu fahren dauert Ewigkeiten. Mit einigen Tricks und Kniffen kriegt man das Rennrad zwar auch im ICE untergebracht, das habe ich mir (und der Bahn) allerdings erspart.Von Göttingen aus bot sich dann grob die Richtung Thüringen – Rhön – Spessart - Odenwald – Pfalz – Rheinebene: also ein U-förmiger Schwung quer durch die Republik. Ziel sollte bei Koblenz sein, weil man von dort in 5 Stunden nach Hamburg zurückkommt.4.Routenplanung – Karten - UnterkünfteDie Grobplanung habe ich zunächst mit google maps vorgenommen. Es zeichnete sich ab, dass die Gesamtstrecke bei ca. 560 km liegen würde. Die habe ich in gleichmäßige Etappen aufgeteilt und dort mehr oder weniger direkte Verbindungsstraßen ausgewählt. Ich habe nicht gezielt landschaftlich reizvolle oder kleinere Straßen ausgewählt weil die Strecke mich ohnehin weitestgehend durch ländliche Gebiete geführt hat. Ich habe es allerdings vermieden, lange Strecken an Flusstälern entlangzufahren – dann hätte ich auch nicht die Mittelgebirge anzusteuern brauchen.Eine detailliertere Planung habe ich mit www.bikemap.de gemacht, weil dort die Höhenmeter angezeigt werden. Es gibt zwar Kritik an der Genauigkeit der Berechnung, allerdings liefert www.bikeroutetoaster.com eine sehr ähnliche Höhenmeterangabe. Und nach meinem Gefühl kommen die Höhendimensionen schon so ungefähr hin ;-)Ich habe mir einen Zettel mit ca. je 10 Ortsnamen entlang jeder Tagesetappe in Klarsichtfolie (ca. 6 x 8 cm)auf den Triathlon-Aufsatz geklebt, so dass ich wichtige Ortsnamen für die Strecke immer im Blick hatte. Das hat mal besser und mal schlechter geklappt: In ländlichen Bereichen ist ein Blick auf die Landkarte immer noch notwendig. Oft musste ich auch noch mal nachfragen.Die gesamte Strecke habe ich auf fünf Din-A-4-Seiten untergebracht. Und zwar in zwei Dimensionen: einerseits detaillierte Landkartenausschnitte, die wie ein Puzzle auf der Seite zusammengestückelt sind – anfangs etwas verwirrend, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran (s. Abb. oben). Andererseits Übersichtskarten (halbe Din-A-4-Seite), die eine ganze Tagesetappe umfassen (s. Abb. unten). Alles zusammen passte auf drei Din-A-4-Blätter (Vor- und Rückseite bedruckt), die ich in zusammengefaltet (auf A-5) in einer Klarsichthülle in der Rücktasche immer griffbereit hatte. Auf den Übersichtskarten hatte ich mir vorher im Bereich des jeweiligen Tagesziels Unter-künfte notiert, bei denen ich im Laufe des Tages (wenn man gut abschätzen kann, wie weit man noch kommt) angerufen habe. Das hat sehr gut geklappt. Für fast alle Übernachtungen (in kleinen Hotels) habe ich incl. Frühstück unter 30 € gezahlt.5.Gepäck und Fahrrad Mein Rad ist ein 5 Jahre altes proSL3000 von RedBull (Rose Versand) mit folgenden Änderungen:•Triahtlonaufsatz:profile Airstryke S 548 g•Gepäckträger tubus fly330 g•Befestigung u. Schellspannadapter für Gepäckträgertubusca. 150 g•PedaleShimano PD A-520315 g1.343 g•Gepäck incl. Packtaschen (s. Packliste):3.920 g•Rennrad: ca. 8.000 gGesamtgewicht:ca. 13.263 gIch habe mich für die Variante Gepäckträger + Packtaschen entschieden, weil ich nicht gern mehrere Stunden mit Rucksack fahre. Außerdem ist dies gegenüber der Variante Rucksack (oft auch deutlich über 1 kg Leergewicht) plus Lenkertasche nicht oder nur unwesentlich schwerer. Die Taschen hängen so gut und sicher, dass ich auch bei Abfahrtsgeschwindigkeiten über 65 km/h keine Sorge um Mensch und Material hatte.Die Übersetzung ist vorn: 34/48 und hinten 11/27. Mit 34:27 bin ich alle Anstiege hinaufgekommen und mit 48/11 konnte ich auf Abfahrten bis knapp 60 km/h noch Druck geben.6.Packliste – was soll ich alles mitnehmen?Eine große Hilfe waren die Informationen von Peter Fries (http://www.europaradtouren.de/). Also, falls Du das hier liest, Peter, vielen Dank dafür!Hier kommt die Packliste. Die Ergänzung „(-1)“ bedeutet, dass die Sachen sich nicht im Gepäck sondern während der Abfahrt getragen wurden. Mit diesem Gepäckumfang kann man nach meiner Einschätzung auch gut eine Woche unterwegs sein.Anzahl Packgewichtangezogen1Kabelschloss220 2Radsocken (-1)40401Paar Beinlinge145 1Radhose (-1) 2052Funktions-Langarmshirts (-1)205 2051Trikot (-1) 1652Funktions-Kurzarmshirts272 1Wind-Regenjacke Alex285 1Minipumpe topeak Pocket Rocket106 1Zettel20 1Kompressen + Mullbinde15 1Geldbeutel (mit EC-Karte, KVK, Perso, JH-Ausweis)75 1Landkartenkopien20 1Duschgel65 1Sonnencreme65 1Gummis für "Überschuhe" aus Plastiktüten7 6Plastiktüten78 1Paar Radschuhe (Shimano SH MT 21) (-1) 8001Rei in der Tube38 1Zahncreme + Bürste25 1Funktionshandtuch84 1Kettenpflege65 1Werkzeug (siehe unten)319 2Radtasche (Ortlieb front roller city)1.120 1HAD-Tuch34 1Lange Trekkinghose (zip off)350 2Unterhose100 1Fleeceweste167 Gepäck gesamt3.920 Voraussetzung ist die Hotelübernachtung. Abends habe ich Trikot, Langarm-Funktionsshirt (leider waren die Temperaturen kühler als erwartet) und Socken in der Hoteldusche gewaschen und anschließend kräftig in ein Handtuch eingedreht. Am nächsten Morgen waren sie trocken – zumindest so sehr, dass man darin problemlos losfahren konnte. Ich hatte geplant, einmal in einer Jugendherberge zu übernachten; deshalb das Handtuch. Daraus ist nichts geworden – das war also entbehrlich, ebenso das HAD-Tuch.Die Plastiktüten und Gummibänder (Hosengummis) als „Regenüberschuhe“ haben sich als nicht praktikabel herausgestellt, da ist am Bein ziemlich viel Wasser reingelaufen. Allerdings hat es auch zwei Mal länger sehr stark geregnet. Ob Regen-Überschuhe da trocken gehalten hätten, ist die große Frage. Ein zweites Paar Schuhe wollte ich mir im Gepäck sparen. Ich hatte ein Paar Trekking-Radschuhe dabei, mit denen ich abends problemlos essen gehen konnte. Für größere Wanderungen sind die natürlich nicht geeignet, für „Gehwege“ um die 1 km aber kein Problem. Mein Werkzeug bestand aus Flickzeug, zwei Einweghandschuhen, kleiner Lappen, einem Ersatzschlauch Reifenhebern, ein paar Kabelbindern und dem Topeak Rocket Ratchet, (einer Mini-Ratsche mit 6 ausgesuchten Bits: Kreuzschlitz, 4 x Inbus, 1 x Torx).7.Trainingszustand – Anstrengung – TempoAngesichts meines bescheidenen Trainingszustandes hatte ich Sorge, ob ich die Höhenmeter schaffen würde. Wegen des miesen Frühlings hatte ich weniger als 300 Rennrad-km in den Beinen. Allerdings fahre ich täglich ca. 8km mit dem Rad zur Arbeit, womit ich im Jahr auf immerhin ca. 3.000 km komme. Obwohl das natürlich nur sehr kurze Strecken sind, konnte ich auf eine leidliche Grundlagenausdauer zurückgreifen.Nur an einem kurzen, sehr steilen Anstieg in Thüringen musste ich absteigen. Ansonsten habe ich alle Anstiege gemeistert, bei wenigen habe ich zwischendrin eine kleine Erholungspause eingelegt.Überraschend finde ich, dass ich jeden Tag, unabhängig von Höhenmeter und Streckenlänge, eine Durchschnittsgeschwindigeit von ziemlich genau 24 km/h hatte. Das bedeutete eine Nettofahrzeit von ca. 6,5 Stunden. Mit Pausen (essen, trinken, einkaufen, nach dem Weg fragen etc.) war ich meist 8 Stunden unterwegs. Abends um 17:30 Uhr war ich üblicherweise am Ziel. Wenn man sich vornimmt, um 19:00 erst anzukommen, kann man locker über 180 km schaffen. Das wäre konditionell auch noch drin gewesen.8.ResümeeDie Strecke war klasse: Viele längere und viele kleinere Anstiege und Abfahrten, also sehr abwechslungsreich. Ich habe keine längere Steigung/Gefälle von deutlich über 10% gesehen. Die Wege führten mich hauptsächlich durch sehr wenig befahrene Gebiete: Oft haben mich pro Stunde nur 3 Autos überholt. Nur zwei oder dreimal hat mich die Strecke an stark befahrene Straßen geführt. 95% der Wege waren fürs Rennrad optimal.Ich würde von der Benutzung der grün ausgeschilderten Radrouten abraten. Die sind zwar meist landschaftlich sehr reizvoll, allerdings scheint mir dort die erste Prämisse das Vermeiden von großen Straßen zu sein. Die Folge daraus ist, dass diese Routen doch öfter mal durch Wohn- oder kleinere Gewerbegebiete führen und auch häufige Wechsel der Fahrbahnseite haben. Man kommt einfach nicht so zügig vorwärts – da sind mir ein paar km auf großen Straßen lieber als ständiges Zickzack-Gefahre nur um der schönen Aussicht willen.Die Tour verlief absolut pannen- und verletzungsfrei und es hat einen Riesenspaß gemacht. Die nächste Tour kommt bestimmt! Ich hab’ da schon eine Idee...

"Sechs Länder in Vier Tagen"von Frank









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